Express, Bonn
13.06.2001

"Nobby Blüm und die Wollust"

Er beschreibt seine "sanfte Wollust" beim Besteigen des Kilimandscharo, seine Sicht auf das "Wunder von Bern" und die Bonner Mentalität im Allgemeinen ("Et hätt noch immer joot jejange"): "Das Sommerloch" (Kiepenhauer & Witsch) heißt der neue Geschichtenband von Norbert Blüm, den unser Ex-Bundesarbeitsminister jetzt in seiner Heimatstadt bei Bouvier vorstellte. Ein ganzes Kapitel widmet Nobby da seinen Lieblingsitalienern: Giorgio und Francesco Tartero vom "Sassella". Beschreibt liebevoll den Aufstieg der beiden fleißigen Arbeitersöhne aus dem Valtellina zu angesehenen Bonner Gastronomen und Pasta-Fabrikanten.

Express, Bonn
22.06.1999

"Von Kohl bis Schröder:
Polit-Prominenz traf sich am liebsten beim Italiener"

Ciao signore e signori! Vorbei sind die Jahre, wo an den Bonner Pasta-Töpfen große Politik gemacht wurde. Die Politiker gehen - zurück bleiben die "bönnschen Italiener", in deren Promi-Restaurants jahrelang die legendäre Spaghetti-Diplomatie blühte. "Guck mal, da sitz der Kanzler." Im "Sassella" war Ex-Regierungschef Helmut Kohl Stammgast. Doch war er nicht der einzige Promi bei Giorgio Tartero. "Westerwelle, Gysi, Genscher, Von Weizäcker - ich weiß nicht, wie sie alles heißen", erzählt der Wirt. Im Sassella wurden Wahlerfolge begossen. Und auch über so manche Politk-Schlappe hat Giorgio mit seinen Spezial-Nudeln hinweggetröstet. Seinen Politgästen wird der Italo-Bonner manche Träne nachweinen. "Die waren immer sehr nett, einfache Gäste, auch der Kohl", schwärmt Giorgio. Er hat seine Nudelfabrik ausgebaut, um die gute Bonner Pasta demnächst auch im großen Stil in Berlin zu verkaufen. Denn obwohl sie ihn aus allen Fraktionen gedrängt haben: Mitkommen nach Berlin will der Sassella-Chef nicht.

Schaufenster, Bonn
April 1999
"Eine Küche aus den Bergen"

Ein italienisches Ristorante - aber eines mit einer anderen italienischen Küche. Mit einer Bauern- und Alpenküche nämlich: Denn die beiden Brüder Giorgio und Francesco Tartero kommen aus einer der nördlichsten Provinzen Italiens, aus dem Valtellina, zu deutsch Veltlin... Und das sind die Spezialitäten im Sassella: "Bressaola al Timo" mit "Sciatt e Cicoria": Luftgetrockneter Rinderschinken mit Thymianvinaigrette, Alpenkäse im Buchweizenteig gebacken, an Spinatsalat... Fragen Sie Giorgio, ob er vielleicht den "Bitto" hat, den Alpenkäse, der 10 und mehr Jahre reift... Als Hauptgang vielleicht der "Agnello al Lavecc", Lammrücken im Steintopf, eine Spezialität, die Sie bestimmt noch nirgends anders gegessen haben...Vorbestellen ist im "Sassella" nötig, denn Abend für Abend sind die Tische besetzt - alles rennt hin zu Giorgio und Francesco.

Die Welt
02.02.1999

"Aus dem Reichstag"

Liebe geht bekanntlich durch den Magen, auch die Liebe zur Macht. ... Die Liebe zur Nudel war ein Ingredienz der Bonner Machtroutine. Und keiner verkörperte sie so wie Helmut Kohl, wenn er im "Sassella" seine Pasta einnahm. Nun ist Kohl nicht mehr Kanzler und Bonn bald nicht mehr Hauptstadt. Aber in all dem Wandel und Wechsel gibt es auch Beständiges eben die Pasta à la Bundespolitik. Zwar wird das "Sassella" im Unterschied zu anderen Bonner Institutionen nicht mit nach Berlin umziehen. Aber seine Betreiber, die Brüder Giorgio und Francesco Tartero, haben zugesichert, daß sie die Versorgung Berlins mit hausgemachten Teigwaren im Zuge des Hauptstadtumzugs zu verstetigen gedenken. Oder, um es mit Giorgios Worten zu sagen: "Der Kanzler und die Abgeordneten müssen auf eine gute Gewohnheit nicht verzichten." Auch grüne und schwarze Pasta habe man im Programm, ohne daß dies jedoch politisch etwas zu bedeuten habe.